Trinkwasserqualität - Chlorothalonil
22.07.2026
Ende Juni hat ein Bericht im Konsumentenmagazin Saldo zu Verunsicherungen bezüglich der Trinkwasserqualität geführt. Darin wurde erwähnt, dass viele Gemeinden die Pestizidbelastung verschleiern und die Bevölkerung nicht transparent informieren. Auch die Gemeinde Arch wird in diesem Zusammenhang erwähnt. Als Wasserversorgung Arch möchten wir dazu Stellung nehmen und den Bericht anhand aktueller Messwerte einordnen. Die Sicherstellung einer sicheren Trinkwasserversorgung ist für uns von höchster Priorität. Wir legen besonderen Wert auf eine transparente und offene Kommunikation.
Mit dem nationalen Verbot des Pflanzenschutzmittels mit dem Wirkstoff Chlorothalonil wurde bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung unternommen. Im Trinkwasser der Wasserversorgung Arch wird lediglich der Metabolit R471811 über dem geltenden Höchstwert nachgewiesen. Die Messergebnisse der vergangenen Jahre zeigen jedoch, dass dessen Konzentration kontinuierlich abnimmt. In Absprache mit dem Kantonalen Laboratorium sind deshalb derzeit keine weiteren Massnahmen erforderlich. Die Trinkwasserqualität wird weiterhin regelmässig überwacht und die entsprechenden Werte werden laufend überprüft.
Messwerte des Metaboliten R471811
2024 2025 2026
0,21 μg/L 0,13 μg/L 0,11 μg/L
(Höchstwert: 0,1 μg/L gemäss Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen [TBDV])
Die ausführlichen Resultate der Trinkwasseruntersuchungen können hier eingesehen werden.
Der Stoff befindet sich bereits seit Jahrzehnten im Trinkwasser. Er war jedoch lange Zeit nicht bekannt und konnte deshalb in den Labors nicht nachgewiesen werden. Gemäss der Medienmitteilung der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern vom 6. Februar 2020 ist der Höchstwert von 0,1 μg/L nicht toxikologisch begründet, sondern beruht auf dem Vorsorgeprinzip. Der Genuss des Trinkwassers ist daher nach wie vor unbedenklich.
Gemäss dem Berner Kantonschemiker Otmar Deflorin gilt für Chlorothalonil eine lebenslange tägliche Aufnahmemenge von 15 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklich. Um diese Dosis allein über das Trinkwasser zu erreichen, müsste eine Person täglich rund 150 Liter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken (Quelle: «Gemeinden geraten wegen Trinkwasser unter Druck», Der Bund, 28. Januar 2020, S. 17).